22. Januar 2011
Im Stechlin, Fontanes letztem Roman (geschrieben 1895/96), wird die Telegraphie zum expliziten Synonym der Modernisierung: Dubslav von Stechlin, ein alternder und liebenswerter Vertreter einer untergehenden Aristokratie, beklagt, dass der Telegraph traditionelle Höflichkeit untergraben und die Unterschiede neutralisieren würde, die seine Welt ausmachen. Allerdings muss er eingestehen, wie grandios eine Technik ist, deren Auswirkungen tatsächlich weitreichend sind: „Schließlich ist es doch was Großes …, dieser elektrische Strom, tipp, tipp, tipp, und wenn uns daran läge (aber uns liegt nicht daran), so könnten wir den Kaiser von China wissen lassen, daß wir hier versammelt sind und seiner gedacht haben.“
Wellbery, D.H. et al.: Eine neue Geschichte der Deutschen Literatur, Berlin 2004
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22. Januar 2011
Mark Siemons: Chinas Rationalitätspotentiale verstehen
FAZ vom 12.01.2011
Der Übereinstimmungsgrund einer Kultur ist dasjenige, was in einer Kultur schon gar nicht mehr eigens zum Thema gemacht wird, weil es deren für selbstverständlich gehaltenen, undiskutierten Boden darstellt.
Dieser Bedingung einer Kultur steht in unserer Gesellschaft „Why not?“ entgegen.
Urs Schoettli: Empathie von Kindesbeinen an
NZZ vom 17.01.2011
Woran liegt es, dass die Japaner schon im frühen Alter so verschieden von uns Westlern sind? Wir denken, dass dies entscheidend mit dem hohen Stellenwert zu tun hat, der in der japanischen Erziehung der Empathie, der Anteilnahme am Wohlbefinden des anderen, des Mitmenschen, eingeräumt wird. Bereits im Kindergarten wird dies trainiert.
Empathie gegen Apathie und Raffgier.
Eduard Kaeser: Ich simuliere, also bin ich
NZZ vom 19.01.2011
Eine Gemeinschaft, die lediglich auf Partizipation ohne physische und persönliche Präsenz aufbaut, befindet sich auf dem Weg zur Phantom – Gesellschaft. …
Moral und Verantwortung setzen einen echten Körper voraus.
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur
/aktuell/ich_simuliere_also_bin_ich_1.9143240.html
„Wir sind keine Netzbenutzer mehr, wir sind Netzbenutzte.“ Wir werden zu einem Internet – Anhängsel.
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18. Januar 2011
Hans-Ulrich Wehler: Ein Buch trifft ins Schwarze
DIE ZEIT vom 07.10.2010
Der Psychoanalytiker könnte von der repeat performance sprechen, einer zwanghaft wiederholten Realitätsverweigerung. Das ist jedenfalls der Eindruck, der sich in letzter Zeit öfters angesichts des Verhaltens der politischen Klasse in der Bundesrepublik aufdrängt.
http://www.zeit.de/2010/41/Wehler-Sarrazin
Der Artikel enthält eine abgewogene Beurteilung von „Deutschland schafft sich ab“.
Peter Wippermann: Reden bringt Gold, Schweigen wird bestraft
FAZ vom 08.10.2010
Wir wollen Dinge nicht erkennen, wenn wir sie emotional nicht wahrhaben wollen.
http://www.trendtag.de/blog/peter-wippermann-reden-
bringt-gold-schweigen-wird-bestraft/
Der Artikel zu Kommunikationsstrategien in der Netzwerkökonomie wirft ein Schlaglicht auf die Hintergründe des Verhaltens – nicht nur der Politiker.
Hans Wolfgang Brachinger: Amtliche Daten zwischen Klamauk und Ignoranz
NZZ vom 14.09.2010
Das Bundesamt produziert wunderbare Daten, aber die Öffentlichkeit bekommt davon nichts mit, weil die Daten in einer Weise präsentiert werden, die Fernsehjournalisten mindestens langweilig und abschreckend finden.
http://www.unifr.ch/webnews/content/49/file/Prof.%20Brachinger%
20Publications/NZZ_10_09_10_Amtliche_Daten_Klamauk.pdf
Ein „Grundkurs“ zum Lesen der Statistik. Wunderbar!
Nina Rehfeld: Radio gaga macht rasende Redner reich
FAZ 21.12.2010
Für vierhundert Millionen Dollar hat Howard Stern kürzlich seinen Arbeitsvertrag bei dem Abo-Radiosender SiriusXM um weitere fünf Jahre verlängert. …
Ein „Dittohead“ ist jemand, der Limbaughs schlichte Sicht der Welt, die er stets in Schwarz und Weiß zu teilen weiß, ohne Wenn und Aber übernimmt.
http://www.seiten.faz-archiv.de/
faz/20101221/fd1201012212946758.html
In vielen politischen Diskussionen spart man sich Argumente.
Jörg Altwegg: Verbot in Paris
FAZ 18.01.2011
Der 93 Jahre alte Stéphane Hessel, dessen Pamphlet „Empört euch!“ die Millionengrenze passiert hat, ist ein vielgefragter Mann. Täglich tritt er in den französischen Medien auf. Doch eine öffentliche Diskussion, die an diesem Dienstagabend in der Pariser Ecole Normale Supérieure hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt. Von höchster Stelle: auf Anordnung der Ministerin …
Der von der Regierung angeordnete Eingriff in die Redefreiheit ist eine moralische Bankrotterklärung der Menschenrechtspolitik. …
http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/
Doc~E581FC4DBBEE84F829E72EE4B7CD96651~ATpl~Ecommon~Scontent.html
„Empört euch!“
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15. Januar 2011
Heinz K. Stahl: Manager sind Marionetten
Buchbesprechung: Henry Mintzberg: Managen, Offenbach 2010
FAZ vom 10.01.2011
http://www.faz.net/s/Rub2E8C985607B44756884B7A1383CD205C/
Doc~EACF7ECC601194BCBAA82AC345C743B15~ATpl~Ecommon~
Scontent.html
Sigmar Gabriel: Den Fortschritt neu entdecken
FAZ vom 10.01.2011
http://www.spd.de/aktuelles/News/8060/20110110_gabriel_fortschritt
_neu_entdecken.html
Stephan Sahm: Ethische Mutationen aus dem Labor
Blick in bioethische Zeitschriften
FAZ vom 12.01.2011
kein link verfügbar
Gemeinsam ist den drei ganz unterschiedlichen Artikeln, dass sie sich von einem linearen, monokausalen Denken abwenden und jeweils eine rückgekoppelte Trias in den Mittelpunkt der Überlegungen rücken.

Ein guter Manager bewegt sich bei seinen Lernprozessen (!) in dem Dreieck von Kunst (sorgt für Ideen), Handwerk (Erfahrungen, Verbindung zur Informationsbasis) und Wissenschaft (systematische Analyse). Es gilt eine ausgewogene Balance zu halten.
Für Sigmar Gabriel hängt der gesellschaftliche Fortschritt von den folgenden drei Faktoren ab: wirtschaftliches Wachstum, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung. Das Zusammenspiel der drei komplexen Bereiche ist nicht in Einzelheiten planbar. Man kann sich nur innerhalb eines Zielkorridors durch kleine Versuch-und-Irrtum-Schritte vorwärts tasten.
In der „Zeitschrift für medizinische Ethik“ untersucht Thomas Heinemann mit Fragen der molekularen Diagnostik in der Medizin. Die Kernfrage ist: „Sind die molekularen Prozesse kausal mit dem Phänotypen verknüpft?“ Lange Zeit waren auch Wissenschaftler der Auffassung, dass unsere Gene (DNA) äußere und innere Merkmale und auch manche Krankheiten determinieren. Bis auf wenige Ausnahmen ist diese Vorstellung falsch. Unser Leben wird durch Rückkopplungsprozesse zwischen Genom, Organismus und Umwelt bestimmt.
„Die Aufgabe der Kausalforschung in der Biologie ist ja nicht die Zurückführung des biologischen Geschehens auf physikalisch-chemische Vorgänge, sondern die Ermittlung der spezifischen Gesetze der Komplizierung, die das Wesen dieser besonderen, individualisierten Naturkörper bestimmen.“
Max Hartmann in einem Festvortrag von 1937 (!)
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15. Januar 2011
Karen Krüger: Stark sein, wenn der Duft von Bratwurst in die Nase steigt
Buchbesprechung: Karen Duve: „Anständig essen“, Berlin 2010
FAZ vom 10.01.2011
http://www.buecher.de/shop/klassiker-auf-cd/anstaendig-essen-4-audio-cds/duve-karen/products_products/detail/prod_id/32655490/#faz
Das Buch skizziert ein vorbildliches Vorgehen bei der Entscheidungsfindung – ganz im Gegensatz zu den erhobenen Zeigefingern und übergestülpten Engagements.
Karen Duve informiert sich und testet in ausgedehnten „Selbstversuchen“ die verschiedenen Sichtweisen: Allesesserin – Vegetarierin – Veganerin – Frutarierin. Dabei geht es auch um Arten der Tierhaltung und Bio-Ernährung. Auf dieser breiten Entscheidungsgrundlage entwirft sie für sich einen Kompromiss. Er ist in jeder Hinsicht nachhaltig.
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15. Januar 2011
Sven Titz: Die Zähigkeit der Winterkälte
NZZ vom 29.12.2010
http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/die_zaehigkeit
_der_winterkaelte_1.8925687.html
Christoph Hein: Flut belastet australische Wirtschaft immer stärker
FAZ vom 12.01.2011
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc
~EB56619D481784A509B0EF9D89F79CBC3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Der Artikel aus dem Wissenschaftsteil der NZZ informiert über Zusammenhänge zwischen den Nordatlantischen Oszillationen, den vorherrschenden Winden und der Winterkälte in Europa.
Der Artikel aus dem Wirtschaftsteil der FAZ schätzt die bisherigen Folgen für die australische Wirtschaft ab. – Die Zahlen stehen für tausende von Schicksalen.
Die Beseitigung der Schäden wird sicher Jahre beanspruchen. Was, wenn in dieser Wiederaufbauphase die nächste Katastrophe hereinbricht?
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19. Februar 2007
In der FAZ vom 10.02.2007 gibt Hendrik Steinkuhl in seinem Artikel „Folienschau mit albernen Bildchen“ viele gute Tipps zur Gestaltung einer Präsentation.
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19. Februar 2007
Gernot Böhme in der FR vom 16.01.2007
Der Autor legt an vielen Beispielen dar, wie nützliche Technik das Leben nicht besser, sondern anders macht. Effektive Verhütungsmittel führten dazu, dass moralische durch technische Normen ersetzt wurden.
Das Handy hat die sozialen Beziehungen tief greifend verändert: Feste Verabredungen gibt es praktisch nicht mehr. Technik strukturiert menschliches Leben.
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19. Februar 2007
Ein Mensch besteht aus etwa 1013 Zellen. Das ist schon unvorstellbar. Mikrobiologen haben herausgefunden, dass auf und in uns nochmals die gleiche Anzahl an Bakterien angesiedelt ist.
Allein auf der gesunden Haut findet man 247 Bakterienarten.
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19. Februar 2007
„Schon die Seite des Lebens, die wir mit den Tieren teilen, ist fragil und verletzlich. Noch viel mehr ist es die andere, bei der es um das Gelingen geht, um das Herz, um die Gemeinschaft.“
Dietrich Rössler
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19. Februar 2007
Teil 1 – Professoren allgemein
Der Rektor einer Universität teilte die Professoren wie folgt ein:
„Bei einem Physikprofessor fragt sich keiner, ob er Professor ist. Bei manchem Soziologieprofessor fragt man sich, ob er Professor ist. Bei einem Didaktikprofessor fragt sich kein Mensch, ob er Professor ist.
Teil 2 – Paläontologen im Besonderen
Nachdem man uns 1997 begeistert von einem 43000 Jahre alten Flötenfund berichtet hat und ihn zum Beweis für die Musikalität des Neandertalers stilisiert hat, erfolgt jetzt (NZZ vom 10.01.2007) eine neue Bewertung. Das Knochenobjekt wird jetzt als Oberschenkelknochen, auf dem ein Höhlenbär herum gebissen hat, gedeutet.
Noch Fragen?
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17. Februar 2007
Sotheby´s Katalog „The Medical Library of Dr. Meyer Friedman” (2,95 € bei www.jokers.de) ist gleichzeitig eine kleine Geschichte der Biologie. Die Abbildungen aus den vorgestellten Büchern reihen sich zu einer Geschichte der Entdeckungen aneinander.
Die Interessen des Herzspezialisten waren nicht auf die Medizin eingeengt. Robert Boyle, Marie Curie und Hermann Helmholtz sind ebenso vertreten wie Antony van Leeuwenhoek, Charles Darwin und Gregor Mendel.
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17. Februar 2007
Vom Kindergarten bis zur Max Planck Gesellschaft reichen die Bemühungen, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften zu fördern. Dabei steht oft die Frauenförderung im Vordergrund.
Was will man erreichen?
FAZ vom 08.01.2007 – „Weil Wissenschaftler um Nachwuchs bangen, machen sie Berlin zur Stadt der kleinen Forscher“
Max Planck aktuell 4/2006 – „Potenziale von Frauen ausschöpfen - … ein wichtiges, ungenügend genutztes Potential für die künftige Leistungsfähigkeit …“
Im Kindergarten geht es nicht um die Förderung von naturwissenschaftlichem Verständnis, beim „Girls Day“ und der „Förderung von Frauen in der Wissenschaft“ geht es nicht um die Mädchen oder Frauen, sondern es geht in allen Fällen um die Verwendbarkeit der Personen, um die Erweiterung des Humankapitals.
FAZ vom 03.02.2007 – „Was sind Ihre Leute wert?“
Sind sie dann in eine Firma eingetreten, gibt es die Saarbrücker Formel, um ihren Wert zu berechnen. Die Formel ist umstritten – weil sie für ungenau gehalten wird, nicht weil sie peinlich ist.
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9. Februar 2007
Experimente können zwei Funktionen erfüllen. Sie können für Naturwissenschaften interessieren und begeistern (Versuche im Kindergartenalter, knoff-hoff-show im Fernsehen) und zusätzlich in der Wissenschaft Hypothesen prüfen.
An der Nahtstelle zwischen beiden Funktionen stehen die Arbeiten von „schüler experimentieren“ (bis 15 Jahre). Die Kinder lösen Probleme spielerisch, zeigen aber auch schon wissenschaftliche Gründlichkeit in Aufbau und Durchführung des Projekts.
Die Teilnahme der Kinder an diesem Wettbewerb hängt alleine von der Schule ab. Sie kann durch Arbeitsgemeinschaften Interesse fördern und die Arbeiten ermöglichen.
Die Teilnahme an „jugend forscht“ (ab 15 Jahren) hängt von den Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen ab; die Unterstützung durch die Schule spielt eine geringere Rolle.
Alle benötigen aber Zeit – und die wird immer knapper
- durch die um ein Jahr verkürzte Schulzeit
- durch die Konzentration des Stoffs und
die erhöhte Wochenstundenzahl
- durch die Schwierigkeit, in dem vollen Plan
einen Termin für die Arbeitsgemeinschaft
zu finden, an dem alle interessierten Jahrgangsstufen
frei haben
- durch die Erhöhung der Prüfungsfächer in der
Abiturprüfung und das Zentralabitur
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10. Januar 2007
Um einen kleinen Blick aus dem Glashaus Schule auf die reale Welt zu werfen, lese ich auch den Wirtschaftsteil gründlich. Personalberater liefern Analysen, die auf Schule übertragen, Situationen erhellen.
Wie bekommen wir den Flow?
Das Wesentliche dabei ist, dass die Aufgabe, die vor uns liegt, im Gleichgewicht mit dem ist, was wir können. Optimal ist, wenn die Anforderungen ein klein wenig über unserem Können liegen, damit die Arbeit eine Herausforderung ist. Dazu brauchen die Leute aber Handlungsspielräume. Nur bei gegebenen Handlungsspielräumen können sich die Menschen an einer Aufgabe messen und so Freude an der Arbeit entwickeln.
… dieser Zustand wird als angenehm erlebt – aber erst im Nachhinein.
Zeitdruck, permanente Störungen, Fremdsteuerung und alles, was die inhaltlichen Handlungsspielräume einschränkt sind Flow-Killer.
Renate Rau in Technology Review 6/06
Auf dem Weg in die innere Kündigung
Nur wer wie ein Betriebsstatist behandelt wird, verwandelt sich auf die Dauer in einen.
Werden Veränderungsprozesse in Gang gesetzt, ohne die Mitarbeiter systematisch einzubeziehen und ohne der Belegschaft im Veränderungsgeschehen immer wieder Zeiten zum Atemholen zu geben, floppt der Prozess. Mitarbeiter fühlen sich in Veränderungsprozessen schlecht informiert, nicht gefragt, von den Veränderungen überrollt. Das führt zu Unsicherheit im Betrieb, zu der sich ein lähmendes Gefühl von Ohnmacht gesellt. Die innere Distanz zum Chef wächst sich bald zur inneren Kündigung aus.
… wenig dienlich ist auch die zappelige Ungeduld, die viele Führungsmannschaften zunehmend bestimmt.
Hartmut Volk, FAZ vom 30.12.2006
burn out – Syndrom
Liest man die Zitate, beschreiben sie sowohl die Schüler- als auch die Lehrersituation und man wundert sich, dass in der Schule überhaupt noch etwas geleistet werden kann. Hoher Einsatz führt nur zu einem bescheidenen Erfolg, aus „meiner Schule“ wird „die Schule“. Nun fehlen nur noch höhere Disziplinlosigkeit der Schüler, geringere Eignung der Lehrkraft, ein zerstrittenes oder gleichgültiges Kollegium, … und der Weg ist vorgezeichnet.
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10. Januar 2007
Heute waren wieder einige Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges nahe daran, die Wurzel aus 1/10.000 mit dem Taschenrechner auszurechnen.
Das Jammern von Hochschule und Industrie über solche Lücken hat das Kultusministerium dazu gebracht, Deutsch und Mathematik in der Oberstufe vierstündig zu unterrichten.
Das war gedankenlos und ist erfolglos. Kommaregeln und Dreisatz lernt man in der Mittelstufe oder nie.
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10. Januar 2007
Lehrerinnen und Lehrer werden von allen im Stich gelassen.
Wie soll unterrichtet werden?
– Das erläutern Erziehungswissenschaftler und alle die sich sonst noch berufen fühlen (Eltern, Zeitschriften, Lehrerverbände, …) in abstrakter, praxisferner Art: Kompetenzen, Einstellungen, Standards usw. sollen erreicht werden.
Was soll unterrichtet werden?
– Das legen die jeweiligen Lehrpläne der Bundesländer fest. Wie sollen die schönen Vorstellungen und Vorgaben konkret in eine Unterrichtsstunde umgesetzt werden? Jetzt schlägt die Stunde der Fachdidaktiker. Sie hüten sich ein ausgearbeitetes Beispiel vorzustellen. Sie wiederholen die schon vorhandenen Antworten der Erziehungswissenschaftler und schmücken sie mit einigen Fachbegriffen aus. In Hessen werden „Weiterbildungspunkte“ von allen verlangt, aber keine Fortbildungsveranstaltungen zu dem entscheidenden „Wie?“ angeboten.
Vielen, nicht allen Lehrkräften ist das auch gleich – Hauptsache es gibt Punkte.
Lehrerinnen und Lehrer haben weder in der eigenen Schulzeit, noch im Studium etwas Konkretes und Praxisnahes zu dem entscheidenden „Wie?“ erfahren. In der Referendarausbildung müssen sie viel Glück haben.
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10. Januar 2007
Nachbar Nickel ist verdrießlich,
Und er darf sich wohl beklagen,
Weil ihm seine Pläne schließlich
Alle gänzlich fehlgeschlagen
Unsre Ziege starb heut morgen.
Geh und sag´s ihm, lieber Knabe!
Daß er nach so vielen Sorgen
Auch mal eine Freude habe. Wilhelm Busch : Die Gedichte
Gerd Haffmans bei Zweitausendeins
Das Bändchen ist handlich, schön gebunden, mit Lesebändchen. Sehr geeignet, um vor dem Einschlafen darin zu schmökern und schmunzelnd einzuschlummern.
Zur Zeit leider ausverkauft, versuchen Sie es über http://www.zvab.com
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10. Januar 2007
„An die Stelle von Wünschen und Hoffnungen, die man gegenüber dem Leben hegte, für die man sich abrackerte und die vielleicht in Erfüllung gingen, wenn man vom Glück begünstigt war, die vielleicht aber auch enttäuscht wurden, sind Forderungen und Ansprüche an den Versorgerstaat getreten. Er soll einem den eigenen Lebensentwurf nicht nur ermöglichen, sondern er soll ihn erleichtern und teilweise sogar finanzieren.“
G.S. in der NZZ vom 30.12.2006
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10. Januar 2007
Die letzten 30 Jahre habe ich keine „Tagesschau“ gesehen und auch sonst keine Nachrichtensendungen.
Was ich nicht missen möchte, ist die Lektüre von FAZ, NZZ (leider aus Kostengründen nur am Mittwoch) und der Scietific American. Seit 2003 ist Technology Review (Artikel deutsch) hinzugekommen. Die Zeitschrift berichtet lebendig und anschaulich über Trends und Zukunftsprojekte. Da die Zukunft von den Lebenswissenschaften bestimmt wird, ist die Zeitschrift für Biologen interessant.
Günstiges Schnupper-Abo (scheußliche Wortschöpfung – Schöpfung? – scheußliche Wortwahl) unter www.heise.de
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